Speisezimmer

I

 

m Speisezimmer, das im 19. Jahrhundert als Billardsalon genutzt wurde, beeindruckt das Meißener Porzellan mit Geschirr, Kandelabern, Prunkvasen, Etageren, Schalen und Figuren. Das blaue Porzellan links ist die Sonderanfertigung einer kleinen Moskauer Manufaktur für das fürstliche Haus. Das Zimmer besitzt zusätzlich eine schöne Gläsersammlung auf den Kredenzen und Etageren. Einige dieser Gläser stammen aus Böhmen, dem Land das seinerzeit die wichtigsten Hersteller erlesenster und kostbarster Glaserzeugnisse beheimatete. An den Wänden zwei sehr schöne Stillleben. Die Decke zeigt biblische Szenen aus dem Alten Testament. In der Mitte Josephs triumphaler Zug durch Ägypten. Die dieses Bild begleitenden sechs Medaillons stellen weitere Begebenheiten aus seinem Leben dar (um 1730/1740).

Umrahmt von Kandelabern hängt das wohl beeindruckendste Gemälde des Fürsten Chlodwig. Es wurde von Fülöp Läszlö (1869-1937) im Jahr 1899 gemalt und zeigt den alten Fürsten Chlodwig zwei Jahre vor seinem Tod. Läszlö war bis zu diesem Zeitpunkt ein noch eher unbekannter Maler und wurde erst mit diesem Bild, für das er beim Salon de Paris einen 2. Preis gewann, und des Bildes, das er im gleichen Jahr vom Prinzen Alexander zu Hohenlohe-Schillingsfürst, einem Sohn des Reichskanzlers, malte, anerkannt. Diese beiden Gemälde brachten ihm die Gunst Kaiser Wilhelms II. ein.

Aber nicht nur der Kaiser selber, sondern auch zahlreiche weitere Mitglieder des Hauses Hohenzollern und Angehörige nahezu sämtlicher Familien des europäischen Hochadels und der hohen Geistlichkeit ließen sich von ihm portraitieren (Kaiserin Auguste Viktoria, Königin Victoria von England, Papst Leo XIII.). Läszlö wurde sozusagen von Hof zu Hof geladen.

Auch dieses Zimmer mit seiner dunkelroten Brokatwandbespannung weist wieder einen sehr feinen Intarsienfußboden von Hofschreiner Mattern auf. Ebenso stammen die Gitterwerkpaneele von seiner Hand. Ein dichtes Bandeigitterwerk überzeiht die Stuckdecke des Salons.