Nordgang

Auch auf dem Gang im ersten Stock erinnern weitere Jagdtrophäen sowie Jagdgewehre von früheren Mitgliedern der Familie Hohenlohe-Schillingsfürst an deren große Begeisterung für die hohe Jagd, die in dieser wie auch in den meisten anderen Adelsfamilien stets gepflegt wurde: Dam- und Rotwild, Elche, Gämsen, Wisente und Wölfe. Im kunstvollst geschmiedeten Bandelwerktreppengeländer (um 1730/1740) sind auf dieser Etage die ineinander verschlungenen Buchstaben PEHWS und MAOW zu sehen, die nochmals auf den Schlosserbauer und seine Gemahlin hinweisen: Philipp Ernst Graf zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst und Maria Anna Gräfin zu Oettingen-Wallerstein.

In den Vitrinen am linken Ende des Ganges befinden sich Spiel- und Nippsachen, Puppenstuben sowie frühe Reiseandenken aus dem 19. und den Anfangsjahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Gesammelt und zusammengestellt wurden sie vom Fürsten Moritz. Besonders nett anzusehen sind die drei Kinderbüsten aus Terrakotta. Sie stellen den späteren Fürsten Franz Josef zu Hohenlohe-Schillingsfürst (1894-1970) sowie seine Geschwister Prinz Chlodwig (1897-1968) und Prinzessin Maria Anna (1895-1978) dar.

Der große holzgeschnitzte Tisch kommt aus Indien, während die darauf befindlichen Hörner von Büffeln stammen. An den Wänden vier Gemälde mit Jagdszenen aus dem Jahr 1696. Die riesige kupferne Blumenschale, buntes Cloisonne um 1800, stammt aus China. Beachtenswert das grandiose Jagdgemälde von Johann Melchior Roos (1659-1731), das einen von einer Meute gehetzten Keiler zeigt. Der Zeremonienstab mit dem Hohenlohe'schen Wappen stammt aus dem Nachlass des Prinzen Konstantin zu Hohenlohe-Schillingsfürst, der diesen in seiner Eigenschaft als Erster Obersthofmeister des Kaisers Franz Joseph I. am kaiserlichen Hof in Wien bei offiziellen Anlässen benutzte. Darüber die Nachbildung einer mittelalterlichen Hellebarde und gegenüber kleine Degen, jeweils mit dem Hauswappen verziert. Die Theaterwaffen an den Wänden sind Nachbildungen von Hellebarden, wie sie bei der zweiten Zerstörung von Schloss Schillingsfürst im Bauernkrieg 1525 von den hiesigen Bauern benutzt wurden. In der Mitte eine mit Elfenbein sehr schön eingelegte Armbrust.