Empfangssalon

 

Der Empfangs- oder Gobelin-Salon ist der prächtigste und schönste Raum des Schlosses. Er weist zugleich auch einen der kunstvollsten Fußböden des Hauses auf. Schöpfer verschiedener Fußböden und Möbel im Schloss war der Hofschreiner Carl Maximilian Mattern (verstorben nach 1770). Mattern war bis 1733 für Graf Philipp Ernst für die Ausstattung des neuerbauten Barockschlosses in Schillingsfürst tätig und wechselte von dort an den fürstbischöflichen Hof nach Würzburg, wo er in der Residenz prächtige Schreibschränke, Schreibtische, Standuhren und andere Möbelstücke schuf. Diese Möbelstücke legte er in der sogenannten Boulle-Technik ein, wozu er verschiedenste Metalle verwendete (Silber, Zinn, Messing usw.). Er darf der bedeutendste fränkische Möbelkünstler der damaligen Zeit genannt werden. Der Intarsienboden besteht aus den verschiedensten Edelhölzern und weist eingelegte Löwen, Hunde, Pflanzen, Bandelwerk und vieles mehr auf. Es ist eine wahre Freude, langsam schreitend den Boden zu erkunden und dabei immer wieder neues zu entdecken. Auch die geschnitzten Wandverkleidungen und Türen stammen von Mattern.An den Wänden große flämische Gobelins aus Oudenaarde aus der Zeit um 1719. Wie sich am Allianzwappen Hohenlohe-Oettingen auf dem größeren Teppich erkennen lässt, handelt es sich auch hier wieder um Auftragsarbeiten für das seinerzeit noch gräfliche Haus Hohenlohe-Schillingsfürst. Ceres und Cybele, Göttinnen der Feldfruchtbarkeit und der Erde sind auf dem Löwenwagen dargestellt, während auf dem zweiten Gobelin eine Frau auf einer von einem Fisch gezogenen Muschel sitzend als Allegorie des Meeres zu sehen ist. Im Raum verteilt sind verschiedene Sessel und Hocker mit teils sehr feinen sowie teils etwas gröberen Gobelinstickereien.Der wunderschöne Tisch vor dem großen Gobelin mit auf der Platte in Zinn eingelegtem Allianzwappen Hohenlohe-Langenburg/Hohenlohe-Schillingsfürst stammt aus der Zeit vor 1730, wahrscheinlich von Carl Maximilian Mattem. Die Kommode vor dem kleineren Gobelin ist mit reichen Silberbeschlägen versehen und trägt auf der Oberseite ein eingelegtes Zinnmonogramm. Sie ist ein Werk des aus Langenburg stammenden Weikersheimer Hofschreiners Johann Heinrich Vogt und seiner Schwester Magdalena, ebenfalls aus der Zeit um 1730. Das Pendant dazu befindet sich noch heute auf Schloss Weikersheim. In der Fensterecke ein kostbares venezianisches Kabinettschränkchen mit hervorragenden Elfenbeineinlegearbeiten. Im Raum verteilt stehen europäische Kopien japanischen Porzellans vom Ende des 19. Jahrhundert. Das Deckengemälde zeigt den Triumph der Gerechtigkeit und der anderen Tugenden (um 1730/1740). Das große Gemälde von Wilhelm von Kaulbach (1805-1874) an der Nordseite des Raumes zeigt die Fürstin Marie in jungen Jahren. Ein hervorragendes Bild, das die Fürstin in ihrer vollen jugendlichen Schönheit und Grazie erscheinen lässt. Auch in diesem Salon wurde am Plafond wieder dichter Bandelwerkstuck angebracht.