Arbeitszimmer des Fürsten Chlodwig

Das letzte Zimmer, gleichzeitig das kleinste und eines der intimsten und gemütlichsten des Schlosses, war das Arbeitszimmer des Reichskanzlers. Es wurde nach seinem Tod 1901 unverändert belassen. Auf seinem Schreibtisch liegen noch die Gegenstände, wie Brieföffner, Dokumentenmappe und Federkiele, die er für seine tägliche Arbeit, wenn er hier in Schillingsfürst war, benutzte.
An der Wand rechts ein eindrucksvolles Gemälde, das Franz von Lenbach (1836-1904) von ihm malte. Darunter kleine Bleistiftzeichnungen des Fürsten Chlodwig und seiner sieben Geschwister. Der Fürst und seine drei bedeutenden Brüder Viktor, Gustav Adolf und Konstantin wurden im 19. Jahrhundert die Haimonskinder in Anlehnung an die vier heldenhaften Söhne des Grafen Haimon von Dordogne aus einem französischen Epos des 12. Jahrhunderts genannt. An der Wand gegenüber zeigen Gemälde seinen Onkel Viktor Landgraf von Hessen-Rotenburg (links), von dem er seinerzeit die Herrschaft Treffurt geerbt hatte, seine Frau Marie (Mitte) in jungen Jahren, seinen Vater Franz (rechts) sowie unterhalb seine Mutter Constanze, geborene Prinzessin zu Hohenlohe-Langenburg. Hinter dem Schreibtisch seine kuriose Pfeifen- und Spazierstocksammlung. An der Decke zierlicher Stuck, bestehend aus Medaillons, Musikinstrumenten und Putten, sowie ein gläserner venezianischer Lüster. Links ein mit sehr schönen floralen Einlegearbeiten versehener Augsburger Aktenschrank.
Besonders erwähnenswert auch hier wieder der prachtvolle Mattern'sche Intarsienfußboden, der dem im Empfangssalon in nichts nachsteht. Es ist der schönste und der am feinsten gearbeitete Fußboden des ganzen Schlosses mit Bändel- und Gitterwerk und Zierpyramiden. Reizend die eingelegte von Löwen gezogene Gesellschaftskutsche. Bei dieser Gelegenheit soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass sich sämtliche Fußböden im Schloss noch im Originalzustand befinden, also aus der Zeit um 1730 stammen. In Edelholzintarsie fertigte Mattem auch den Wandsockel, die Fensternische und die Türe.
